Umfangreicher Beobachtungskalender und Informationsrechner

 

 

 


Das erste Himmelsquartal 2019
Eine totale Mondfinsternis, Merkur in größter östlicher Elongation

Sternenhimmel

Im Meridian finden wir nun wieder den Sternhimmel mit den meisten hellen Sternen. Am auffälligsten ist hierbei das Wintersechseck, welches aus den Sternen Sirius, Rigel, Aldebaran, Kapella, Pollux und Procyon gebildet wird. Der Himmelsjäger Orion ist wohl das schönste Sternbild des gesamten Himmels. Man braucht nicht viel Fantasie, sich den mit Schwert und Schild bewaffneten Jäger vorzustellen, in dessen Schwertgehänge sich der berühmte Orionnebel befindet, den man schon wunderbar mit einem 10x50 Feldstecher beobachten kann. Der Fluss Eridanus entspringt zu Füßen des Orion und strömt weiter in südwestlicher Richtung, um schließlich unter unseren norddeutschen Horizont zu verschwinden. Die Herbststernbilder mit Andromeda, Dreieck und Widder sind nun langsam in den Westteil des Himmels abgewandert. Im Osten sieht man schon die ersten Vorboten des Frühlings. Allen voran der Löwe mit seinem hellen Hauptstern Regulus. Zwischen ihm und den Zwillingen sehen wir schon mit bloßem Auge einen schwachen „Nebelfleck“. Hierbei handelt es sich um den Sternhaufen Praesepe (M 44) im unscheinbaren Sternbild Krebs. Der Große Bär strebt jetzt unübersehbar dem Zenit entgegen.

 

Meteore

Vom 28. Dezember 2018 bis 12. Januar 2019 wird dieser schöne Sternhimmel noch mit den Sternschnuppen der Quadrantiden verziert, die bereits am 4. Januar mit einer ZHR von 110 Objekten pro Stunde ihr Maximum haben werden. Der Ursprung dieses üppigen Stroms ist bisher noch nicht geklärt. Als wahrscheinlichstes Objekt gilt aber der Planetoid 2003 EH1; ein „erloschener“ Komet. Der scheinbare Ausstrahlungspunkt (Radiant) liegt im nordöstlichen Teil des Sternbilds Bootes. Der Name Quadrantiden leitet sich vom ursprünglichen Namen des Sternbilds Mauerquadrant ab, das heute nicht mehr offiziell geführt wird und zwischen den Sternbildern Bootes, Drache und Herkules lag.

 

Mond

Eine interessante Konstellation ergibt sich in der Nacht vom 17. auf den 18. Januar, wenn der Mond durch den Offenen Sternhaufen der Hyaden wandert. Am Morgen des 29. März steht der Mond dann gegen 05.00 MEZ nur 0,9° südlich vom Ringplaneten Saturn! Bestimmt zwei lohnende Fotomotive!

Am 21. Januar kann man in den frühen Morgenstunden die in Deutschland für viele Jahre letzte gut beobachtbare totale Mondfinsternis beobachten! Für fast 10 Jahre wird es dann diesbezüglich ziemlich ruhig werden um den Mond. Erst am 31. Dezember 2028 kann man dann die nächste totale Mondfinsternis in Deutschland gut beobachten! Man sollte sich diese Finsternis also nicht entgehen lassen! Noch vor dem Austritt aus dem Halbschatten der Erde wird der Mond an diesem Morgen auch untergehen.

 

Totale Mondfinsternis am 21. Januar

Eintritt in den Kernschatten der Erde  04h 34m MEZ
Beginn der Totalität 05h 41m MEZ
Mitte der Finsternis 06h 12m MEZ 
Ende der Totalität 06h 44m MEZ
Austritt aus dem Kernschatten der
Erde
07h 51m MEZ
Monduntergang 08h 32m MEZ

 

Planeten

Den sonnennächsten Planeten Merkur können wir von Mitte Februar bis Anfang März wieder am Abendhimmel beobachten. Ab 15. Februar kann man ihn mit Aussicht auf Erfolg mit einer Helligkeit von -1m1 über dem Westhimmel finden. Schon am 27. Februar erreicht er mit 18°08' seine größte östliche Elongation. Bis zur Elongation wird seine Helligkeit auf -0m5 gesunken sein. Aber immer noch hell genug, ihn bei guter Horizontsicht mit einem kleinen Teleskop aufzufinden. Bereits am 26. Februar erreicht er seine Halbphase (Dichotomie) mit einem scheinbaren Durchmesser von 7,1''. Bis zum 1. März sinkt seine Helligkeit auf 0m0. Danach wird es schnell schwieriger, ihn in der Abenddämmerung zu finden.

 

Kleinplaneten

Am 6. Februar wird der Kleinplanet (532) Herculina im Sternbild Löwe in Opposition stehen. Dieser 170 Kilometer große Brocken wurde am 20. April 1904 von Max WOLF in Heidelberg entdeckt. Alle wichtigen Daten zur Beobachtung dieses Kleinplaneten habe ich in Tabelle 1 zusammengestellt.

Tabelle 1: Daten des beschriebenen Kleinplaneten

Planetoid Datum α δ Mag. Konst.
(532) Herculina 01.02.
05.02.
10.02.
09h40m
09h37m
09h32m
+27°49'
+28°38'
+29°35'
8m9
8m9
8m9
Leo

Deep-Sky-Objekte

Für unsere Deep-Sky-Tour in das Sternbild Zwillinge benötigen wir auch diesmal wieder einen dunklen und mondlosen Himmel. Diese Zeiten habe ich in Tabelle 2 zusammengestellt.

Tabelle 2: Mondlose Beobachtungszeit

bis 11. Januar
25. Januar bis 8. Februar
23. Februar bis 10. März
ab 24. März

bild 00Der Offene Sternhaufen M 35 bildet mit η-Gem und Stern 1 ein Dreieck in nördlicher Richtung. Er ist 2.800 Lichtjahre von uns entfernt und wurde 1746 von DE CHÉSEAUX entdeckt. Schon mit einem 10x50 Feldstecher ist er auch vom Stadtgebiet aus als kleiner und milchiger Fleck sichtbar. Mit einem 8-Zöller ist er natürlich bei dunklem Himmel bei V=31xWw in mehr als hundert Einzelsterne aufgelöst. Nur 25' südwestlich von ihm erkennt man dann auch den kleinen Offenen Sternhaufen NGC 2158. Dieser ist auch bei einer Vergrößerung von 80x nicht vollständig auflösbar, sondern bleibt ein lichtschwacher Schimmer, in dem vereinzelt Sterne zu erkennen sind. Etwa 1,8° südöstlich von δ-Gem finden wir den Stern 63 Gem. Von dort sind es nur noch rund 36' in südöstlicher Richtung bis wir den Planetarischen Nebel NGC 2392 – auch als Eskimonebel bekannt – finden. Schon mit einem 2,5'' ist er ohne Probleme bei V=91x als kleiner, runder Fleck auch von der Stadt aus erkennbar. Das „Gesicht“ ist dann erst mit einem 8-Zöller bei V=208xWw+OIII(-Filter) zu erkennen. In einem 12-Zöller sieht man dann bei V=280xWw+OIII(-Filter) einen Nebel, der uns wie ein „Gesicht“ mit Kapuze entgegenblickt! Hierbei bildet der 10m0 helle Zentralstern die Nase und verschiedene Dunkelstellen im hellen Zentralteil bilden das Gesicht. Ein etwas schwächerer Nebelring bildet schließlich die Kapuze. Der Eskimonebel wurde am 17. Januar 1786 von William HERSCHEL entdeckt und ist 1.400 Lichtjahre von uns entfernt. Mit 1.700 Jahren zählt er zu den jüngsten Planetarischen Nebeln, die wir kennen. Den Planetarischen Nebel NGC 2371-2 finden wir rund 3° südwestlich von α-Gem (Kastor). Er wurde von John HERSCHEL entdeckt und ist 11.800 Lichtjahre entfernt. Seine wahre Ausdehnung beträgt mittlerweile 3,1x6,9 Lichtjahre. Mit meinem 8-Zöller sah er bei V=80x+UHC(-Filter) wie eine kleine Hantel aus, die sehr lichtschwach ist und einen hellen Zentralstern hat.

Tabelle 3: Daten der im Text beschriebenen Deep-Sky-Objekte in den Zwillingen

Objekt α δ Dimension Mag. Art .
M 35
NGC 2158
NGC 2371-2
NGC 2392
06h09m
06h08m
07h26m
07h29m
+24°20´
+24°06´
+29°29´
+20°55´
28
5'
55''
15''
5m1
8m6
11m3v
9m2v
OH
OH
PN
PN
 

 

Viel Spaß beim Aufsuchen und Beobachten der beschriebenen Ereignisse und Objekte!

 

Zeichnung des Planetarischen Nebels NGC 2371-2

bild 01

 

Aufsuchkarte von NGC 2371

bild 02

 

Der Planetarische Nebel NGC 2371bild 03

 

Aufsuchkarte von M35 und NGC2158bild 04

 

Die Offenen Sternhaufen M 35 und NGC 2158bild 05

 

Aufsuchkarte von NGC 2392

bild 06

 

Der Planetarische Nebel NGC 2392 (Eskimonebel)

bild 07

 

Quelle: Andreas Kaczmarek

 

 

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