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was ist ein PlanetariumEin Planetarium ist eine Kultureinrichtung. Es dient als Aufführungsraum für Veranstaltungen aus den Bereichen Astronomie- und Wissenschaftstransfer, sowie auch für Literatur, Musik und Schauspiel. Insbesondere werden die Naturgesetze des Himmels, die Vielfalt astronomischer Phänomene und ihre Schönheit auf wissenschaftlicher Basis vermittelt und emotional erfahrbar. Das Planetarium ist eine fachübergreifende Einrichtung. Im Sinne der Naturwissenschaften bildet es interdisziplinär menschliches Forschen und Wirken ab. Es bezieht darin geisteswissenschaftliche Erkenntnis und künstlerisches Wirken ein. Das Planetarium richtet sich in seiner Arbeit an die Allgemeinheit, an alle Altersgruppen und Bildungsschichten.

Zeigen - Begeistern - Vermitteln

Zeigen

Die Vielfalt astronomischer und anderer Naturphänomene wird erst dann bewusst, wenn sie überhaupt erst einmal bekannt gemacht wird. Mit Hilfe der technischen Einrichtungen eines Planetariums ist es möglich, diese Vielfalt zu zeigen und Verbindungen zwischen den einzelnen Naturwissenschaften, aber auch zu geisteswissenschaftlichen, religiösen und philosophischen Themen zu verdeutlichen.

Begeistern

Die im Planetarium gezeigten Phänomene faszinieren und berühren das Publikum zutiefst emotional. Mit Hilfe dieser Ansprache wird die Neugierde geweckt. Durch eine ansprechende Auswahl optischer Projektionen und die geeignete sinnliche Aufbereitung, z.B. durch Musik, wird der Geist für die Vermittlung faktischer Inhalte geöffnet.

Vermitteln

Das Planetarium erfüllt als außerschulischer Lernort einen Bildungsauftrag. Die vermittelten Informationen beruhen auf modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und Weltmodellen. Sie werden zielgruppengerecht und im Sinne der weltanschaulichen Neutralität präsentiert. Ein Planetarium vermittelt über die Faktenpräsentation hinaus die gesamtkulturelle Dimension der Naturwissenschaften.

Quellle: Rat Deutscher Planetarien

 

© tela mundi Webdesign / Jens Krampe


olbersdenkmal 2Der damalige Direktor der Seefahrtschule Kapitän Martin Berger und Dr. Walter Stein waren mit der Beschaffung des Projektors befasst. Das Gerät konnte vom Deutschen Hydrographischen Institut übernommen werden. Es war vor 1945 für die Ausbildungsarbeit der Navigationsschulen der Kriegsmarine und Luftwaffe entwickelt worden und hatte als einziges von 10 gleichartigen Geräten den Krieg überlebt. Es sollte fabrikneu sein. Als man die Kisten öffnete, stellte sich jedoch heraus, das viele Eisenteile entwendet worden waren. Nach in Kiel vorhandenen Einzelteilen eines gleichartigen Gerätes konnte die Bremer Firma Ernst Henkel den Projektor mit Hilfe von Zeiss Oberkochen wiederherstellen. Der Projektor fand zunächst auf dem Boden der Seefahrtschule in der Elsflether Straße seinen Platz. Am 23. Januar 1952 wurde das Gerät von Senator Dr. Apelt der Seefahrtschule feierlich übergeben und auf den Namen Olbers-Planetarium getauft.

Genaugenommen hat das Planetarium in Bremen noch ältere Wurzeln. Am 9. Oktober 1919 wurde die Astro-Projektionseinrichtung für Unterrichtszwecke von Dr. Wilhelm Finke aus Bremen patentiert. Es handelt sich um die erste Darstellung eines Planetariumsprojektors - lange bevor Walther Bauersfeld bei Zeiss in Jena den ersten Projektor für das Deutsche Museum in München konstruierte. Leider fand Dr. Finke keine Partner, um seinen Projektor zu bauen.

In den 50-er Jahren wurde sogar Forschung im Planetarium betrieben. Die Ornithologen Dr. Franz und Dr. Eleonore Sauer vom Zoologischen Institut der Universität Freiburg untersuchten mit Hilfe des künstlichen Sternenhimmels im Planetarium das Orientierungsvermögen von Grasmücken.

1958 zog die Seefahrtschule in die neuen Räume in der Werderstraße 73. Dort wurde das ZKP 1 in dem Kuppelraum aufgestellt, in dem auch heute der Sternenprojektor steht.

Im Jahre 1979 wurde ein neues Planetariumsgerät - ein ZKP 2 - gekauft. Mit den von Dr. Erwin Mücke, dem damaligen Direktor der Hochschule für Nautik, beantragten Mitteln bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft konnte der neue Projektor angeschafft werden. Der Senator für Bildung und Wissenschaft finanzierte den Sonnensystemprojektor, der besonders für den Einsatz bei Schulklassen gedacht war. Das alte ZKP 1 wurde nach Nordenham verkauft, wo es bis heute im Einsatz ist.

olbersdenkmal 5Damals lag der Schwerpunkt der Arbeit des Planetariums immer noch im Bereich der Nautik. Aber es wurden für die Information der öffentlichkeit auch Effektprojektoren wie Sonnensystemprojektor, Kometenprojektor, Sternschnuppenprojektor und Finsternisprojektoren angeschafft.

Im Laufe der Zeit spielte die astronomische Navigation kaum noch eine Rolle. Daher hat sich auch die Nutzung des Planetariums grundlegend geändert. Zunächst wurde das Planetarium verstärkt für den Schulbetrieb genutzt. An diesem außerschulischen Lernort lernten Tausende von Schülerinnen und Schülern den gestirnten Himmel und seine Bewegungen kennen.
Mittlerweile haben öffentliche Vorführungen und Sonderveranstaltungen die meisten Besucher. Das Programm wurde erheblich erweitert, so dass neben allgemeinen astronomischen Themen u.a. auch Kinderveranstaltungen, Familienveranstaltungen, Shows und Musik unter dem Sternenhimmel angeboten werden. Bei den Sonderveranstaltungen ist das Interesse an Kindergeburtstagen besonders groß.

In den letzten Jahren konnte die Ausstattung mit audiovisuellen Medien dem Stand der Technik angepasst werden: Videobeamer, Computer mit Internetzugang, überblendfähige Diaprojektoren und DVD-Player.

Im Sommer 1999 wurde das Planetarium grundlegend renoviert. Hierbei erhielt es eine vollständig neue Innenausstattung und die alten Stühle wurden durch bequeme Sessel ersetzt. Ferner wurde eine Computersteuerung für die audiovisuellen Medien eingebaut, die auch die erneuerte 12-Kanal-Lichtanlage mit einschließt.

Heute bietet das Planetarium ein breit gefächertes Programm: Vormittags kommen Schulklassen und Kurse zu uns, am frühen Nachmittag Kindergärten und Hortgruppen. Hinzu kommen die Vorträge der Olbers-Gesellschaft an Mittwochabenden.

An jedem der 365 Tage im Jahr steht das Planetarium für Sonderveranstaltungen zur Verfügung: Betriebsausflüge, Events, Feiern zu Geburts- oder Hochzeitstagen.

Mittlerweile besuchen in fast 1400 Veranstaltungen rund 23000 Personen pro Jahr das Planetarium. Damit ist das Olbers-Planetarium von der Größe der Kuppel her gesehen immer noch ein Kleinplanetarium, aber seine Bedeutung ist deutlich darüber hinaus gewachsen: Es ist das meistbesuchte 6-Meter-Planetarium in Deutschland.

 
Quelle: http://planetarium.hs-bremen.de/planetarium/index.html


olbersplanetarium

Kuppeldurchmesser 6 Meter
Plätze 35, rollstuhlgeeignet
Anordnung konzentrisch
Eröffnung 1952
Projektortyp ZKP 2 (Baujahr 1979)
Komet
Sternschnuppen
Zusatzprojektoren Sonnensystem
Sonnenfinsternis
Mondfinsternis
2 Videobeamer
2 Überblendprojektoren
1 Weitwinkelprojektor
2 Projektoren für Strichbilder
DVD-Player
AV-Medien Stereo-Tonanlage für Tonquellen
CD, Video und Computer
Macintosh-PC für AV-Steuerung
PC für Animations-Projektion
12-Kanal Lichtanlage
AV-Steuerung Daton Hard- und Software
Besucherzahl ca. 23000 (Geschäftsjahr 2009)

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Olbers-Gesellschaft Bremen e.V.

c/o Olbers-Gesellschaft eingetragener Verein
Hochschule Bremen - Fachbereich Betriebswirtschaft und Nautik
Werderstraße 73
28199 Bremen

Telefon: (0421) 167 677 06
E-Mail: olbers@olbers-gesellschaft.de

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