
Die Milchstraße aus dem Blickwinkel des Arabischen Sprachraums im 8. bis 15. Jahrhundert
Die Milchstraße ist das größte Objekt am Himmel und fasziniert seit jeher Wissenschaft und Öffentlichkeit.
Dieser Vortrag fasst Erkenntnisse und Vorstellungen zur Milchstraße zusammen, die in der frühen islamischen Zeit verbreitet waren. Anhand von Texten arabischer Autoren des 8. bis 15. Jahrhunderts – darunter Ibn al-Haytham, Ibn Rahiq, Ibn Majid und al-Marzouqi – untersuchen wir ihre Bedeutung in der frühen islamischen Zivilisation.
So beschreibt al-Marzouqi die Nutzung der Milchstraße zur Bestimmung der Gebetsrichtung. Zudem erläutern wir Ibn al-Haythams Erkenntnis, dass die Milchstraße im Gegensatz zum Mond keine messbare Parallaxe besitzt, daher zu den Sternen gehört und kein atmosphärisches Phänomen ist, wie Aristoteles annahm.
Abschließend vergleichen wir diese Erkenntnisse um das Jahr 1000 mit der Großen Debatte von 1920, in der die Milchstraße und Spiralnebel als Welteninseln etabliert wurden.

Prof. Dr. Andreas Eckart,
Professor für Astrophysik,
Universität zu Köln
